Wir feiern das Wunder

Ostern ist nicht nur eine Erinnerung an ein Wunder vor 2.000 Jahren. Wir feiern die Auferstehung von Jesus: Gott ist nicht tot. Er ist auch heute mit uns!

Das brennende Herz

“Deutschland im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft! Das ist eine Riesensensation! Das ist ein echtes Fußball-Wunder!!” *

Deutschland, krasser Außenseiter der Weltmeisterschaft 1954, schafft das Undenkbare und kämpft sich bis ins Finale. Doch dann verlässt sie ihr Glück. Bereits in der achten Minute steht es 2:0 für das gegnerische Team, die Ungarn. Der Endspielgegner galt damals als weltbeste Mannschaft. Und die Lage scheint für die unerfahrenen Deutschen absolut aussichtslos. **

„Was wir befürchtet haben, ist eingetreten“, kommentiert der Radioreporter Herbert Zimmermann. Und wahrscheinlich gab es einige deutsche Fans, die entsetzt und mutlos vor ihren Radios saßen und nach acht Minuten beschlossen, sich diesen Fußball-Horror nicht länger anzuhören.

Das Spiel war für sie gelaufen. Ende. Aus. 

Die Freunde von Jesus hatten damals, als sie sich Jesus angeschlossen hatten, alles stehen und liegen gelassen, ihr soziales Umfeld, ihre Arbeit, ihr Hab und Gut. Sie waren monatelang, jahrelang mit Jesus durch das Land gezogen. Alles in der Hoffnung, er sei der versprochene Retter, der Messias, der das unterdrückte Volk Israel erlösen würde. 

Jesus hatte sie in die Pläne seines Vaters eingeweiht, hatte sie in allen wichtigen Fragen des Lebens gelehrt. Er hatte ihnen gezeigt, worauf es wirklich ankommt. Und sie waren begeistert von ihm, von seinen Wundern, von seiner Autorität, seiner Art mit ihnen umzugehen. Sie brannten für Jesus und seine Botschaft vom Reich Gottes, dem Traum der besseren, ja, neuen Welt. 

Nachdem Jesus dann gekreuzigt worden war, bedeutete das für seine Nachfolger das Aus. Das Spiel war gelaufen. Totale Niederlage. Der Traum war geplatzt. Alles, was Jesus ihnen erzählt hatte, ergab nach seinem Tod absolut keinen Sinn mehr. Er sollte doch der König dieser neuen Welt, dem Reich Gottes sein! 

Während manche am dritten Tag nach seinem Tod noch unter Schock standen, trauerten oder sich versteckt hielten, um nicht, wie Jesus, verurteilt zu werden, verließen andere Jerusalem. Sie waren mit Jesus in die Stadt gekommen. Wozu jetzt noch bleiben? Niedergeschlagen gingen sie zurück in die alte Heimat.

Ein bisschen so wie die Deutschlandfans, die bei der Weltmeisterschaft frustriert nach acht Minuten ihre Empfangsgeräte abschalteten. 

„Am gleichen Tag waren zwei Jünger von Jesus unterwegs nach Emmaus, einem Dorf, das etwa elf Kilometer von Jerusalem entfernt lag. … Plötzlich kam Jesus selbst, schloss sich ihnen an und ging mit ihnen. Aber sie wussten nicht, wer er war, weil Gott verhinderte, dass sie ihn erkannten.“ 

Jesus sprach die beiden Männer an, fragte, worüber sie sich unterhielten. 

“Da blieben sie voller Traurigkeit stehen. Einer von ihnen, Kleopas, sagte: ‚Du bist wohl der einzige Mensch in Jerusalem, der nicht gehört hat, was sich dort in den letzten Tagen ereignet hat.‘ ‚Was waren das für Ereignisse?‘, fragte Jesus. ‚Das, was mit Jesus von Nazareth geschehen ist‘, sagten sie.” 

Und sie erzählten alles, was sich rund um diesen Jesus in den letzten Tagen zugetragen hatte: 

„Er war ein Prophet, der vor Gott und dem ganzen Volk erstaunliche Wunder tat und mit großer Vollmacht lehrte. Doch unsere obersten Priester und die anderen Ältesten haben ihn verhaftet, den Römern ausgeliefert und zum Tod verurteilen lassen, und er wurde gekreuzigt. Wir hatten gehofft, er sei der Christus, der Israel retten und erlösen wird. Das alles geschah vor drei Tagen. Aber heute Morgen waren einige Frauen aus unserer Gemeinschaft schon früh an seinem Grab und kamen mit einem erstaunlichen Bericht zurück. Sie sagten, sein Leichnam sei nicht mehr da und sie hätten Engel gesehen, die ihnen sagten, dass Jesus lebt! Einige von uns liefen hin, um nachzuschauen, und tatsächlich war der Leichnam von Jesus verschwunden, wie die Frauen gesagt hatten.“

Jesus, der sich bis eben noch alles geduldig angehört hatte, reagiert auf diese letzte Aussage mit den Frauen am leeren Grab ziemlich ungehalten: „Was seid ihr doch für unverständige Leute! Es fällt euch so schwer zu glauben, was die Propheten in der Schrift gesagt haben. Haben sie nicht angekündigt, dass der Christus alle diese Dinge erleiden muss, bevor er verherrlicht wird?“ 

Was seid ihr doch für unverständige Leute! Habt ihr tatsächlich 82 Minuten vor Spielende das Radio ausgeschaltet und das Spiel für beendet erklärt? Da kamen doch noch drei Tore! Das Blatt hat sich gewendet. Ihr habt den wichtigsten Teil verpasst.

Ja gut, aber tot ist halt auch tot. Da wendet sich normalerweise nichts mehr. Die beiden Jünger gingen weiter neben Jesus her, den sie immer noch nicht erkannten. „Und er … erklärte ihnen alles, was in der Schrift über ihn geschrieben stand.“ Jetzt waren sie wieder im Spiel. 

„Mittlerweile näherten sie sich ihrem Ziel, dem Dorf Emmaus. Es schien so, als ob Jesus weitergehen wollte, doch sie baten ihn inständig, über Nacht bei ihnen zu bleiben, da es schon dunkel wurde. Da trat er mit ihnen ins Haus.” Absolut gebannt hörten sie diesem Mann zu. Sie aßen mit ihm zu Abend und endlich: „Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn.“

Was muss das für ein Gefühl gewesen sein? „Deutschland ist Weltmeister! Schlägt Ungarn mit drei zu zwo Toren im Finale in Bern.“ 

Das Unmögliche ist möglich geworden.

Gerade noch waren sie die großen Verlierer. Doch dann der Anschlusstreffer durch Morlock, der Ausgleich durch Rahn und schließlich: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen …“ – der Führungstreffer. Toooor! Toooor! Toooor! Toooor!

Jesus war wieder da. Und nicht nur er, auch der Traum, den sie mit seinem Tod begraben hatten, war mit ihm wieder zum Leben erwacht. Sie beschreiben das Gefühl mit den Worten „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?“ Dieses Feuer in ihnen, das mit dem Tod von Jesus erloschen war, es brannte wieder. 

Es brannte vor Freude, denn ihr Jesus war wieder am Leben. 

Es brannte über die Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist. 

Es brannte für seine Botschaft der besseren Welt. Auf einmal war sie doch möglich geworden. 

Es brannte für ein Leben nach seinem Vorbild. Ein Leben, das herausfordert. 

Die beiden Männer gingen noch am selben Abend zurück nach Jerusalem. Als sie bei den anderen Nachfolgern von Jesus ankamen, hatte sich auch dort die gute Nachricht bereits wie ein Lauffeuer verbreitet. Sie wurden mit den Worten empfangen: „Der Herr ist tatsächlich auferstanden! Er ist Petrus erschienen!” (Die Bibel, Lukas 24,13-34)

Dieses Ostererlebnis – die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus – ist der große Wendepunkt im Leben aller Nachfolger von Jesus. Wo Verlust, Trauer und Mutlosigkeit gestanden hatten, stand auf einmal ein Sieg. Der Sieg von Jesus über den Tod.

Seit fast 2000 Jahren feiern Christen weltweit das Fest der Auferstehung – den Sieg von damals. Aber die Bedeutung von Ostern geht noch darüber hinaus.

Anders als ein Sieg bei einem Fußballspiel ist die Auferstehung nichts, was man tagtäglich im Fernsehen oder dem Bolzplatz um die Ecke sieht. Es fällt uns leicht zu glauben, dass die Elf vor 70 Jahren das Spiel gewinnen konnte, egal, wie aussichtslos die Lage gewesen ist – egal, ob wir dabei waren oder nicht. Wir wissen, dass man ein Spiel gewinnen kann. Eine Auferstehung haben die meisten von uns dagegen noch nicht erlebt … Wir können also nur glauben, dass sie wahr ist. Wissen oder beweisen können wir es nicht.

Doch wenn die Auferstehung wirklich wahr ist, feiern wir heute nicht einfach eine Tradition oder erinnern uns an ein Wunder von damals. Dann hat diese Auferstehung bis heute eine echte Auswirkung auf unser Leben. 

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.
– Jesus
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

* Hier und folgend, wenn nicht anders angegeben, wird zitiert aus: http://www.das-wunder-von-bern.de/kult_radioreportage.htm, letzter Zugriff am 01.07.2022.

** Siehe den Beitrag „Wunder von Bern“ in www.wikipedia.org, letzter Zugriff am 01.07.2022.

Hast du Fragen oder Feedback?

Du hast Fragen zu »Ostern neu erleben« oder zu Ostern und dem Glauben im Allgemeinen? Du möchtest uns Feedback geben oder Erlebnisse teilen? Dann bist du hier genau richtig!

* Pflichtfelder